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DIE CORONA-KRISE UND MEHR AM HÔPITAL ALBERT SCHWEITZER HAITI

DIE CORONA-KRISE UND MEHR AM HÔPITAL ALBERT SCHWEITZER HAITI

28. März 2020
Rolf Maibach, Geschäftsleiter SPHASH   

Unsere letzten Arbeitsbesuche in Haiti fanden im Oktober/November 2019 und im Februar/ März 2020 statt. Beide Evaluationen zeigten vor allem auf der Kinderabteilung, in der Geburtshilfe und im Labor eine vorbildliche Arbeit der Ärzte, Pflegepersonen und Techniker, trotz massiver Zunahme der Geburten und kranken Neugeborenen seit Sommer 2019. Grund dafür waren sicherheitspolitische Probleme im ganzen Land und die ungenügende Funktion aller umliegenden Spitäler. Anfangs März kam dann die Gefahr des Coronavirus dazu, die zusätzliche Massnahmen im ganzen Spital erforderte.

Wie in allen Ländern mit niedrigem Einkommen ist auf Grund der Überbevölkerung und der schwierigeren Hygiene-Massnahmen die Gefahr einer raschen Ausbreitung des Coronavirus hoch. Auf Grund vorbestehender chronischen Krankheiten wie Unterernährung, Infektionen (HIV, Tuberkulose) werden die Verläufe häufig viel schwerer sein als bei uns. Bereits vor drei Wochen hatte das HAS deshalb mit der Vorbereitung begonnen: Alle Angestellten wurden in wiederholten Fortbildungen über Prophylaxe und mögliche Therapie informiert. Dass dabei die Hygiene eine besondere Rolle spielt ist uns allen klar: Die Handwaschanlagen und Desinfektionsmöglichkeiten wurden im ganzen Spital ergänzt. Um die engen Kontakte möglichst zu vermeiden, wurden zum Beispiel Besuche reduziert, Wahloperationen verschoben, Ansammlungen vor dem Spital verboten und ein zusätzlicher Spitaleingang für Angestellte eröffnet, etc.. Zur Aufnahme von Covid-19 Patienten wurde die frühere Cholera-Station ausserhalb des Hauptspitals reaktiviert. Dem erhöhten Sauerstoff-Verbrauch wird durch vermehrte Reserven in Druckflaschen Rechnung getragen. Medikamentös stehen uns das Malariamittel Chloroquin und das Antibiotikum Zithromax in ausreichender Menge zur Verfügung. Beide Medikamente sind zwar noch nicht offiziell als wirksam anerkannt, werden nun aber auf Grund der Resultate in China auch in der Schweiz verwendet.

Im letzten Jahr hat die lokale Währung (haitianische Gourdes) gegenüber dem US$ 20% an Wert verloren. Die Teuerung war deshalb massiv. Eine Lohnerhöhung konnte wie in anderen haitianischen Institutionen nur für die untersten Einkommen gewährt werden. Die Frustration war vor allem beim Pflegepersonal sehr gross. Der Vorstand der SCHWEIZER PARTNER-SCHAFT (SPHASH) hatte deshalb beschlossen, die Hälfte der Verluste für alle betroffenen HAS-Angestellten in Haiti mit einer ausserordentlichen Spende zu übernehmen, um die Mitarbeiter zu motivieren und die Qualität weiterhin hochhalten zu können. Entsprechende Lohnanpassungen werden ab April wirksam.

Da die Grenzen von Haiti in der Woche vom 17. Februar geschlossen wurden und alle Flüge ausfielen, musste unsere Gruppe von fünf Volontären (Raphaela und Pierina Maibach vom Vorstand SPHASH, Kinderchirurgin Valerie Exler , Kinderarzt Lukas Rudolf von Rohr und Rolf Maibach) leider mitten in der Arbeit auf etwas abenteuerlichen Wegen das Land über die Dominikanische Republik verlassen. Wir bleiben aber weiterhin mit unseren Freunden und Kollegen am HAS per Skype und Email in Kontakt.

Die Coronakrise wird in Haiti die Ärmsten am härtesten treffen! Viele werden aber am HAS eine korrekte Behandlung bekommen. Auch Ihre Spende wird deshalb entscheidend sein!     

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